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Prolog Das
Team Vorbereitung Streckenführung
1.
Tag, Oberstdorf-Dallaas Pics
2.
Tag, Dalaas - Schlappin Pics
3.
Tag, Gargellen - S-Chanf Pics
4.
Tag, S-Chanf - Livigno Pics
5.
Tag, Livigno - Grosio Pics
6.
Tag, Grosio - Tonale Pics
7.
Tag, Fucine - Rif. Graffer Pics
8.
Tag, Madonna di Campiglio - Riva del Garda
Pics
Tips und Facts
Gästebuch
Bonus
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Blick in die Brenta |
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Prolog
Diese Seiten, die wir hier ins Internet gestellt
haben, sollen all jenen Informationen bieten, die sich ebenso wie
wir auf eine Transalp begeben und während ihrer Vorbereitung
möglichst viele Fakten sammeln wollen. Sie sollen darüber
hinaus auch unterhalten und all jenen, die sich vielleicht (noch)
nicht trauen, ein wenig von der Faszination einer
Alpenüberquerung mit dem Mountainbike näher bringen.
Für alle gilt jedoch ein Slogan, den wir nach unserer
Rückkehr in einer Zeitschrift lasen:
Sport kannst du nicht
sehen, Sport musst du fühlen !
Das Team
Eine Überquerung der Alpen sollte niemand
allein unternehmen. In alpinem Gelände lauern Gefahren, die
nicht unterschätz werden dürfen und obwohl wir im
August unterwegs waren, trafen wir oft über Stunden hinweg
keine Menschenseele, die einem Solofahrer in der Not hätte
helfen können. In größeren Gruppen dagegen,
treffen unterschiedliche Leistungspotentiale aufeinander.
Schwächere Gruppenmitglieder setzten sich dadurch unnötig
unter Druck - Frust ist die Folge, die Konditionsbären
reagieren genervt und fühlen sich ausgebremst. Wir
gingen das Unternehmen zu zweit an. Sicherheitsaspekten war damit
Rechnung getragen und mit 14 Ehejahren können wir uns
bestens einschätzen, voll aufeinander verlassen und sind
darüber hinaus gewohnt, Schwierigkeiten gemeinsam
anzupacken. Unsere Bikes besaßen wir erst seit einem
guten Jahr. Sie vereinten jedoch auf Anhieb unsere vielseitigen,
sportlichen Interessen. In der Natur und abseits der Massen
unterwegs sein können, einen Hauch von Abenteuer auf rauhen
Wegen verspüren und körperliche Grenzen ausloten
können, ein großer Aktionsradius und viele andere
Aspekte begeisterten uns - und unsere Kids - sofort. Die
mussten allerdings zu Hause bleiben. Mit 9 und 12 Jahren kommen
sie zwar bereits zum - und sicherlich auch über den
Schrofenpass, diese Leistung jedoch über mehr als eine Woche
erbringen, das können und sollen sie noch nicht.
(zurück)
Die Vorbereitung
Ausdauer, Kraft, Fahrtechnik und Psyche sind für
den Erfolg einer Alpenüberquerung mit dem Mountainbike
ausschlaggebend. Für die ersten drei Voraussetzungen kann
jeder etwas tun, ob der Wille stark genug ist, zeigt sich dann
jedoch erst auf der Tour selbst. Wir machten uns von Anfang
an nichts vor. Mit 40 Jahren waren wir nicht mehr die jüngsten
Transalpler, aber mit einem gescheiten Trainingsprogramm sollte
das schon klappen. Das hieß dann also Training, Training
und noch mal Training: Ausdauerfahrten im Umkreis des Wohnorts,
Krafttraining in den Allgäuer Bergen, Fahrtechnik in einem
Technik-Kurs unserer AV-Sektion. Ohne Guide unterwegs zu sein,
war für uns bisher bei vielen Unternehmungen stets die
richtige Wahl. Das bestätigte sich auch dieses Mal. Die
intensive Beschäftigung mit dem Vorhaben während der
Vorbereitung, erleichtert später die Durchführung. Wahl
des Start- und Zielortes, Routenführung, Wahl der
Etappenziele, Vorbereitung der Karten, Absetzen des GPS,
Recherche vieler Websites zum Thema, sowie die Zusammenstellung
der Ausrüstung sind wohl die wichtigsten Punkte. Wir
arbeiteten bei der Routenfestlegung weitgehend mit Ulrich
Stanciu's Buch und CD "Traumtouren Transalp". Da wir im
Allgäu leben, wurde Oberstdorf zum Startpunkt erster Wahl.
Riva del Garda als Ziel galt für uns von Anfang an als
Belohnung für die absehbaren Anstrengungen. Wir opferten
beide unseren Jahresurlaub für diesen Trip und gerade weil
er kein Erholungsurlaub zu werden versprach, wollten wir es uns
dennoch gut gehen lassen. Wir übernachteten stets in
3-Sterne Hotels im Tal bei Halbpension und belohnten uns damit
für die Anstrengungen des Tages (link).
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Die
(geplante) Streckenführung
Oberstdorf - Schrofenpass - Lech - Fomarinsee -
Dalaas - Kristbergsattel - Schruns - Gargellen - Schlappiner Joch
- Klosters - Davos - Scalettapass - S-Chanf - Pass Chachauna -
Livigno - Passo di Val Alpisella - Passo di Verva - Grosio -
Passo Motirolo - Ponte di Legno - Passo Tonale - Dimaro - Rifugio
Graffer - Passo Bregn de l'Ors - Passo Duron - Campi - Riva.
(Übersichtskarte)
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1. Tag, Oberstdorf
- Dalaas
Oberstdorf - Schrofenpass -
Warth - Lech - Zug - Fomarinsee - Dalaas.
Start 08:00 Uhr, Ziel
18:00 Uhr. Km: 51, 1340 Hm rauf, 250 Hm runter.
Wir saßen zeitig um 07:30 Uhr auf den
Rädern, da wir mit 56 km Wegstrecke für den ersten Tag
ein recht großes Pensum eingeplant hatten. Den Weg zum
Schrofenpass kannten wir schon von einem früheren
Tagesausflug. Für einen Sonntag und obwohl gutes Wetter
vorhergesagt war, trafen wir nur wenige Wanderer und Biker. Der
Schrofenpass, Highlight des Tages, sieht auf den ersten Blick
recht bedrohlich aus, er ist jedoch der einzig sinnvolle Übergang
nach Süden, wenn man im Oberallgäu seine Tour beginnt.
Mit der Überwindung dieser doch recht kurzen Schiebe- und
Tragepassage verliert er schnell von seinem Schrecken.
Zurückblickend war er der einfachste Pass auf dieser Route.
In Österreich schoben wir die Bikes geduldig den Berg
hinunter bis wir vor Warth endlich wieder fahrbaren Untergrund
fanden. Bis nach Zug sollte man sich dann beamen lassen. Die
Straße muss man sich mit viel zu vielen geisteskranken
Motorradfahrern, Autos und Bussen teilen. Erst hinter Zug wird es
wieder besser, spätestens am Fomarinsee richtig schön.
Die Freiburger Hütte ließen wir buchstäblich
links liegen, denn am Himmel drohten Gewitterwolken und die
Aussicht auf eine wahrscheinlich kalte Dusche, überteuerte
Nudelpampe und muffige Bettenlager, trieb uns weiter Richtung Dalaas. Wir waren mittlerweile recht kaputt und der Weg nach
unten zwang auf weiten Strecken zum schieben. Hier haben wohl nur
Trailspezialisten richtig Spaß. Ziemlich erschöpft
erreichten wir schließlich unser vorgebuchtes Domizil im
Klostertal: Hotel Post in Dalaas. Absolut empfehlenswert. Die
Bikes kamen in eine Scheune, unser Zimmerschlüssel lag schon
bereit und wir genossen das Gefühl endlich aus den
verschwitzten Radklamotten und unter die Dusche zu kommen. Das
spätere Dinner war exzellent. Das Fünf-Gänge-Menü
blieb im Dinner-Ranking, das wir später einführten,
unangefochten auf Rang eins.
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(Fotoalbum)
(nächster Tag)
(Tips)
2. Tag, Dalaas -
Schlappin Gargellen
Dalaas - Kristbergsattel -
Silbertal - Schuns - Gargellen - Trailbeginn zum Schofenpass -
Gargellen
:-(
Start 08:00Uhr, Ziel 17:00 Uhr, Km: 42, 1700 Hm rauf, 1200 Hm
runter.
Die ersten Sonnenstrahlen trafen den Talboden,
als wir uns wieder auf den Weg machten. Ohne eine Chance, die
müden Beine warm zu radeln ging's bergan zum
Kristbergsattel. Zunächst auf Teer, später dann über
Schotter, zwar steil und anstrengend, aber fahrbar. Auf der
anderen Seite wartete die erste richtig lange Abfahrt dieser
Tour. Trotz GPS verpassten wir den Abzweig zum Bartholomäberg.-
In der Abfahrt umdrehen und suchen wollten wir nicht - deshalb
rauschten wir weiter talwärts bis zur Gemeinde Silbertal und
von dort auf der nur wenig befahrenen Straße nach Schruns.
Es war halb elf, als wir das Zentrum von Schruns erreichten. Der
gestrige Tag steckte noch in den Knochen und der Weg über
den Kristberg machte sich ebenfalls bemerkbar. Am Bahnhof bietet
sich die Gelegenheit den bevorstehenden 9km-Schlauch rauf nach
Gargellen zu umgehen: Ein Postbus verlässt den Bahnhof
Schruns täglich um 9 Uhr und um 11 Uhr. Zwei Bikes können
im Gepäckabteil mitgenommen werden. Die halbe Stunde
warteten wir gern. Leider ging der gute Plan dann doch in die
Hose: Die rechte Gepäckabteiltür ließ sich nicht
öffnen. Wir beschlossen, uns nicht zu trennen und verließen
Schruns gen Gargellen dann doch per pedales. Der Trip nach oben
war brutal. Die Temperaturen stiegen auf knapp 30 Grad im
Schatten, den es auf der Straße nirgendwo gab und kein
Lüftchen sorgte für Kühlung. Als wir Gargellen
endlich erreichten, waren wir ziemlich geschafft. Da wir unser
Etappenziel Schlappin erreichen wollten und es schon deutlich
nach Mittag war, gönnten wir uns nur wenig Rast, bevor wir
weiter hinauf Richtung Schlappiner Joch fuhren. Einige kurze
Abschnitte sind hier so steil, dass schieben weniger Körner
verbraucht als fahren. Als wir endlich den Beginn des
Wandersteigs zum Joch erreichten, war Christine so platt, dass
ein weitergehen in die Tragepassage nicht mehr möglich war.
Zu einem alpinen Notfall wollten wir keinesfalls werden. Wir
entschlossen schweren Herzens nach Gargellen zurück zu
rollen. Christine war total deprimiert, zu diesem Zeitpunkt
dachten wir ernsthaft an einen Abbruch der Tour. Die Wirtin des
Gästehaus Erika in Schlappin zeigte, als wir unsere
Übernachtung dort telefonisch absagten, viel Verständnis
für unsere Entscheidung. Vielleicht klappt's ja ein anderes
mal, meinte sie. Eine Unterkunft war schnell gefunden, die Wäsche
bald gewaschen und das Dinner bestens. Erschöpft fielen wir
zeitig in die Betten.
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(Fotoalbum) (nächster
Tag)
(Tips)
3. Tag, Gargellen -
S-Chanf
Gargellen - Schlappiner Joch -
Schlappin - Klosters -S-Chanf.
Start 08:00 Uhr, Ziel 15:00 Uhr.
Km: 23 + Bahn. 725 Hm rauf, 1000 Hm runter.
Neuer Tag, neues Glück ... . Ganz so
schnell wollten wir das Handtuch dann doch nicht werfen. Wir
entschlossen es doch noch einmal zu versuchen und machten uns
nach dem Frühstück wieder auf den Weg, hinauf zum
Schlappiner Joch. Die Fahrt zu der Stelle, an der wir tags zuvor
abbrachen, ging mit ausgeruhten Beinen dieses mal viel leichter
von statten. Während einer kurzen Rast am Ende des Fahrweges
holte uns eine Dreiergruppe Holländer (zwei Mann, eine Frau)
ein. Die hatten auch in Gargellen Kraft geschöpft und waren
unterwegs zum Comer See. Es war eine spaßige, kurze
Unterhaltung, denn die hatten bisher, ebenso wie wir, unter
Urlaub etwas anderes verstanden, als sich mit Bike über die
Berge zu quälen. Wie auch immer - wir alle hatten trotzdem
Spaß, wie es hinter dem Schlappiner Joch
aussah, wollten wir auch alle wissen und so gingen wir es wieder
an, die Holländer zuerst. Der Weg hinauf zur Grenze war
mühsam aber nicht zu schwierig. Die phantastische Aussicht,
die mit jedem Höhenmeter noch besser wurde, belohnte uns für
die Mühe. Oben an der Grenze zur Schweiz bließ ein
eisiger Wind, der nicht zum verweilen einlud. Gut dass wir vor
dem Anstieg noch nicht wussten wie der Abstieg nach Schlappin
werden würde. Der im Transalp-Buch empfohlene Pfad hinunter
nach Schlappin war eine echte Katastrophe. Total
ausgewaschen, zum Teil bis zu einem Meter tief,
Regenwasser-Ablaufrinnen ragten wie Hürden nutzlos in den
Weg hinein - 600 Höhenmeter Plackerei eben. Wenig erbaulich!
Mit jeder Menge Frust im Bauch erreichten wir dann irgendwann den
Talgrund, wenige Meter oberhalb von Schlappin. Wir hatten nun so
viel Zeit verloren, dass an ein Erreichen unseres gebuchten
Hotels in S-Chanf auf dem geplanten Weg über den
Scalettapass nicht mehr zu denken war. Deshalb hieß es für
uns: "Joker und tauschen." Am Gästehaus Erika, das
von außen einen sehr freundlichen Eindruck machte und durch
eine schier endlose Baustelle, die wahrscheinlich einmal zu einer
Fahrstraße Klosters-Schlappin werden soll, rollten wir
hinunter nach Klosters und dort geradewegs zum Bahnhof. Von dort
kann man mit der Rhätischen Bahn im Stundentakt, auf einem
sehr dichten Schienennetz, in für Biker bestens
ausgestatteten Zügen, fast jedes beliebige Ziel erreichen.
Das Angebot nahmen wir dankbar an und als der Zug in S-Chanf
hielt, waren wir wieder im Rennen.
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(Fotoalbum)
(nächster Tag) (Tips)
4. Tag, S-Chanf -
Livigno
S-Chanf - Alp Chachauna - Pass
Chachauna - Livigno.
Start 07:30 Uhr, Ziel 14:00 Uhr. Km 23, 1050
Hm rauf, 900 Hm runter.
In der Nacht hatte es geregnet, große
Pfützen standen auf den Straßen und die Berge hingen
voller Wolken. Die Wolkenformationen wurden von uns als
Kragen interpretiert ("Hat der Berg einen Kragen, kann man
den Aufstieg wagen!"), und schon ging es wieder los.
Wir waren wieder einmal allein unterwegs. Zwei Waldarbeiter und
später zwei Kinder bei der Alpe Chachauna waren die einzigen
Menschen, die wir bis kurz vor dem Pass Chachauna zu Gesicht
bekamen. Dafür sahen und hörten wir um so mehr
Murmeltiere, die den Talschluss hinter der Alpe bevölkern.
Die Schiebestrecke, hinauf zum Pass ist, trotz einiger
ausgewaschener Stellen, gut zu gehen. Der Ausblick zurück
ins Tal belohnt für die anstrengende Schieberei auf dem sehr
steilen Weg. Wir hatten es schon fast geschafft, als wir weit
unten im Talgrund zwei andere Mountainbiker erkennen konnten. Wir
waren also doch nicht die einzigen "Verrückten",
die unterwegs nach Italien waren. Als die Passhöhe endlich
erreicht war, lockerten die Wolken etwas auf und trotz des
eisigen Windes, der dort oben kräftig bließ, genossen
wir ausgiebig unseren Sieg über den höchsten Pass der
Route. Nur wenige hundert Meter weiter, liegt unterhalb der
Passhöhe das Rifugio Chachauna. Dort wärmten wir uns
mit einigen anderen Mountainbikern, die aus Livigno
heraufgekommen waren, bei Tee und Minestrone wieder auf und
trockneten unsere durchgeschwitzten Shirts. Dann wartete auf uns
der Spaß-Teil dieses Tages: Auf den nächsten 9 Km
vernichteten wir mit Genuss rund 800 Höhenmeter auf dem Weg
hinunter nach Livigno. Die ersten Kilometer sind sehr steil - die
machen bergauf garantiert sehr viel weniger Spaß! Am
Talgrund trafen wir dann verhältnismäßig viele
Wanderer, ein echtes Kontrastprogramm bot sich aber beim
einbiegen in die Hauptstraße Livignos: Wahre Menschenmassen
schoben sich dort durch die Shopping-Meile. Deutsche
Fußgängerzonen zur Vorweihnachtszeit sind nichts
dagegen. Tapfer kämpften wir uns hindurch, bis zu unserem
gebuchten Hotel am südlichen Ende von Livigno. Der frühe
Feierabend war gut für unsere Kräfte, denn die
kommenden Tage waren in unserer Planung wieder deutlich länger.
Die Attraktivität Livognos erklärt sich übrigens
durch die Möglichkeit des zollfreien Einkaufs. Leider waren
unsere Rucksäcke voll, denn die eine oder andere Tüte
hätten wir auch vollbekommen, wie wir bei einem kurzen
Bummel feststellten.
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(Fotoalbum)
(nächster Tag)
(Tips)
5. Tag, Livigno -
Grosio
Livigno - Val Alpisella -
Passo Alpisella - Lago di Cancano - Decouville - Passo di Verva -
Grosio.
Start 08:00 Uhr, Ziel 16:00 Uhr. Km: 67, 900 Hm rauf, 2100 Hm
runter.
Es war ein kalter Morgen, als wir unser Hotel in
Richtung Passo Alpisella verließen. Durch den Talkessel
Livignos und ein Stückchen am Lago di Gallo entlang, ging's
zum Beginn des Val Alpisella. Dort verstauten wir die Jacken und
machten uns wieder an die Arbeit. Der eigentlich gut zu fahrende
Schotterweg, hinauf zum Passo Alpisella, ist ziemlich steil.
Einige Rampen legten wir schiebend zurück, das schonte die
Kräfte und brachte uns auch gut voran. Wir bewegten uns
einmal mehr in atemberaubend schöner Landschaft. Oben am
Pass war es kalt und windig. Schnell fuhren wir weiter, hinunter
bis zu den großen Stauseen. Dort ließen wir eine Rast
ausfallen. Viel zu viele Touristen quälten sich mit ihren
Autos und Wohnmobilen auf der Ringstraße um die Seen
staubaufwirbelnd über die holprige Schotterstraße, die
große Staumauer zwischen den Seen war eine Großbaustelle,
der untere See größtenteils entleert. Wir waren froh
als wir endlich aus einer langen Auto- und Busschlange auf die
Decouville abbiegen und den Lärm hinter uns lassen konnten.
Es folgten gemütliche 13 Kilometer ohne Höhenunterschied
hoch über dem Valdidentro und Val Viola Bormina, bis wir
hinter Arnoga die Schotterstraße zum Passo di Verva
erreichten. Wir waren wieder einmal alleine unterwegs. Bis hinauf
zum Pass begegneten wir keiner Menschenseele. Die uns umgebende
Szenerie war wieder völlig andersartig und absolut
phänomenal. Die umliegenden Berge verschwanden immer wieder
in Wolken, die wir oben am Pass fast berühren konnten. Die
Temperatur fiel hier oben deutlich unter 10 Grad. Irgendwie fehl
am Platz erschienen uns dann unsere einzigen Begegnungen: Zwei
Luxus-Landrover voll aufgedresster Passagiere, die, ob der wilden
Schaukelei, hinter ihren Scheiben wenig begeistert aussahen und
kurz darauf noch ein einzelner Motorradfahrer, der aus welchem
Grund auch immer, einen reichlich verstörten Eindruck machte
und uns unbedingt etwas von einem See erzählen wollte - uns
fehlten halt die Sprachkenntnisse, was ihn aber nicht störte.
Auf zunächst sehr grobschottriger Unterlage begannen wir
dann unseren Downhill nach Grosio. Das waren am Ende 20 Kilometer
Wegstrecke, mehr als 1600 Höhenmeter abwärts, bei um
mehr als 20 Grad ansteigenden Temperaturen. Geillll !!!! Wir
kehrten im Hotel Sassella bei Jim&C. ein, genossen im
Straßenkaffee ein kühlendes isotonisches Getränk
aus dem Zapfhahn und ließen den Tag später stilvoll
bei einem ausgezeichneten Dinner im Restaurante Jim ausklingen.
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(nächster
Tag) (Tips)
6.
Tag, Grosio - Passo di Tonale Fucine
Grosio - Passo della Foppa -
Monno - Val Camonica - Ponte di Legno - Passo del Tonale -
Fucine Start 08:00 Uhr, Ziel 17:00 Uhr. Km: 63, 2150 Hm rauf,
1300 Hm runter.
Während der vergangenen 5 Tage lernten
wir, unsere Kräfte richtig einzuschätzen und
wussten deshalb, dass die vor uns liegenden 2150 Höhenmeter
Tagesleistung zumindest Christines Kräfte überstiegen.
Die Balance zwischen sportlicher Höchstleistung und
(Erlebnis)urlaub galt es zu erhalten, deshalb hatten wir am
gestrigen Nachmittag einen Transport hinauf zum Passo della Foppa
organisiert, um auf diesem Wege die ersten 1000 Höhenmeter
zu umgehen und sicherzustellen, dass wir das Tagesziel, den Passo
Tonale, auch erreichen würden. Der Chef der Albergo Sassella
gab uns dann selbst die Ehre, da seine Koordination
vom Vortag irgendwie nicht funktionierte. Ich saß
schließlich zusammen mit den Bikes auf einigen
Sassella-Wolldecken auf der Ladefläche eines geschlossenen
Pickups, während Christine auf dem Beifahrersitz auf dem Weg
nach oben zum Pass einen nicht unbeachtlichen Teil der
Familiengeschichte des Giacomo-Clans erfuhr. Auf der Passhöhe
waren wir dann alle sehr zufrieden. Sr. Jim, weil er seit
immerhin 16 Jahren erstmals wieder dort oben war, und wir, weil
wir wussten, dass unser Etappenziel in jedem Fall erreichbar war.
In der Morgensonne rollten wir hinunter ins Val Camonica und in
demselben weiter nach Ponte di Legno, welches wir am späten
Vormittag erreichten. In einem Straßenkaffee gönnten
wir uns einige gemischte Toasts und eiskalte Coca Cola bevor wir
uns bei bestem Wetter an die Auffahrt zum Passo Tonale machten.
Man muss sich die Straße mit vielen Autos und noch mehr
Motorrädern teilen; nach der Einsamkeit der vergangenen Tage
war das ganz schön heftig und wir waren froh, als wir gegen
14:00 Uhr den Passo di Tonale erreichten. Zu einer Pizza genossen
wir, bei echtem Traumwetter, die Sonne und den Ausblick auf die
umliegenden Berge . Die Hotels, auch das von mir reservierte,
machten keinen besonders einladenden Eindruck und weil es noch
recht früh war und wir noch Kräfte übrig hatten,
fassten wir den Entschluss, weiter ins Val di Sole hinunter
zu biken. Alle Orte, die wir bisher durchfuhren, verfügten
noch, obwohl es Mitte August war, über freie Zimmer. Wir
gingen deshalb davon aus, dass dies auch für die vor uns
liegenden Städte gelten musste, und schwangen uns, nach der
Stornierung unseres Zimmers, wieder auf unsere Räder. Etwa
einen Kilometer hinter dem Ortsende konnten wir endlich die
Straße verlassen und fuhren in nun wieder gewohnter
Umgebung, auf Schotter und in schöner Landschaft, talwärts.
In Fucine, kurz vor Ossana hatten wir dann genug für diesen
Tag und kehrten in alter Gewohnheit in einem
Drei-Sterne-Hotel an der Straße ein. Es entpuppte sich bald
als eine Bleibe, die ihre Sterne wahrscheinlich gekauft hatte:
Der Service war mies, TV und Telefon nicht existent, das sog.
Dinner spottete seiner Beschreibung und der Anblick des
Frühstücks am nächsten Morgen trieb uns
schließlich hungrig aus dem Haus. Abhaken und Schwamm
drüber !
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(nächster Tag) (Tips)
7. Tag, Fucine - Rifugio Graffer Madonna di
Campiglio
Fucine - Ossana - Dimaro -
Malga Mondifra - Madonna di Campiglio Start 07:30 Uhr, Ziel
14:00 Uhr. Km: 40, 900 Hm rauf, 230 Hm runter.
Nur wenige Kilometer nach unserer Weiterfahrt
fanden wir in Pellizzano zunächst eine Bäckerei, die
frische Croissants hatte, und im Zentrum das Café Centrale,
wo wir in der Morgensonne genussvoll frühstückten. Der
Radweg nach Dimaro ist bestens ausgeschildert und bot gemütliches
Radeln zum warm werden. Zum Glück muss man sich dann nur für
wenige hundert Meter die Straße nach Madonna mit Autos,
Bussen usw. teilen, bevor man in der ersten Kehre geradeaus auf
einem Schotterweg in den Wald hinein fahren kann. Der Rad- und
Wanderweg hinauf nach Madonna di Campiglio ist bestens ausgebaut
und nur im mittleren Teil mächtig steil. Wir waren jetzt
nicht mehr so allein unterwegs, wie in den vergangenen Tagen und
trafen ungewohnt häufig andere Mountainbiker und
Transalpler. Richtig viel war an der Malga Mondifra los. Horden
von Sonntagsausflüglern bevölkerten die Weiden um die
Alpe herum. Wir fuhren schnell weiter, bis zur Wegegabelung
hinauf zum Rifugio und nach Madonna und berieten über den
weiteren Tourverlauf. Da der nächste Tag wieder lang zu
werden versprach, entschieden wir, das Rifugio Graffer
links liegen zu lassen und wählten als Alternativprogramm
einen gemütlichen Nachmittag in Madonna di Campiglio. Im
Zentrum gibt es ein Unterkunftsverzeichnis mit Servicetelefon.
Wir fanden beim dritten Versuch ein Doppelzimmer und parkten kurz
darauf die Bikes für diesen Tag in der zum Hotel gehörigen
Garage. Das Doppelzimmer entpuppte sich als Suite und verstärkte
wieder das Gefühl doch im Urlaub zu sein. Dank der
Telecabina auf den Monte Spinale tankten wir dann später
noch Brenta-Ausblicke bis zum Abwinken. Ein erstklassiges Dinner
rundete den Tag ab und wir freuten uns auf den Gardasee, unserem
Ziel am nächsten Tag.
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Tag) (Tips)
8.
Tag, Madonna di Campiglio - Riva del Garda
Madonna di Campiglio - Pinzolo
- Tione di Trento - Passo Duron - Campi - Riva
Start 07:30
Uhr, Ziel 16:00 Uhr. Km: 65, 700 Hm rauf, 2200 Hm runter.
Auch für unsere letzte Etappe zum Gardasee
ließ uns das Wetter nicht im Stich. Als wir nach dem
Frühstück vor das Hotel traten, war es unter strahlend
blauem Himmel allerdings noch deutlich unter 10 Grad kalt.
Dort wo schon etwas Sonne den Talboden traf, war es erträglich.
Bis Riva lagen noch etwa 70 km vor uns. Das war schon Strecke
genug und auch wenn die Route über den Lago di Val d'Agola
und den Passo Brengn de l'Or zu den schönsten gehören
soll, so war uns das Erreichen des Gardasees wichtiger als noch
ein Hochtal und noch ein Pass. Wir blieben im Tal und rauschten
auf exzellenten Radwegen in reizender Umgebung zunächst
durch's Valle Rendena über Pinzolo nach Tione di Trento.
Dort gönnten wir uns im Café Centrale eine längere
Pause bevor wir uns auf den Weg über den Passo Duron
machten. Immer dem geplanten Track des GPS hinterher ging es
weiter an Ballino und dem Lago di Tenno vorbei bis zur
Wegegabelung Riva-Campi. Dort hätten wir es uns leicht
machen und einfach auf der Straße nach Riva hinunterrollen
können, unsere Planung verlief jedoch über Campi und
versprach einen tollen, finalen Downhill, mit traumhaften
Ausblicken, direkt bis in Herz von Riva. Die 60, heute schon
hinter uns liegenden Kilometer machten sich in der letzten
Auffahrt nach Campi ganz schön bemerkbar, zumal uns nun auch
die italienische Sonne gnadenlos einheizte. Das und auch die
leeren Mägen, waren für die vor uns liegende Abfahrt
nach Riva nicht die besten Voraussetzungen. Der Trail ist,
besonders in der ersten Hälfte eigentlich nur für echte
Könner eine Freude. Saumäßig steil und ekelhaft
grobschottrig - wenn man Handballgroße Steinbrocken noch
zum Schotter zählen mag. Uns zwang der Weg jedenfalls immer
wieder aus dem Sattel. Der resultierende Frust vermieste dann
leider etwas den Spaß, als der Trail endlich besser fahrbar
wurde. Auch waren die Ausblicke auf Riva weitaus spärlicher
als wir uns das gedacht hatten. Im letzten Drittel wird die
Abfaht dann auf Beton fast schon zu einem Sturzflug, so steil
isses da. Völlig unvermittelt standen wir dann plötzlich
mitten drinnen, in Riva, dem Ziel unserer Transalp. Das kam so
plötzlich, dass wir es erst dann ganz verstanden und
glaubten, als wir etwas später in einem Café am Lago
in erfrischender Brise, mit freiem Blick aufs Wasser auf unseren
Sieg anstießen.
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(Fotoalbum)
(Tips)
Von Riva aus unternahmen wir, kaum dass die Oberschenkel
nicht mehr schmerzten, noch einen Ausflug, den wir nicht
unerwähnt lassen wollen. Die 500 Höhenmeter und rund 30 Km
Wegstrecke zählen wir glatt noch zu unserem Transalp hinzu. Die
alte, nur für Fußgänger und Radfahrer benutzbare Straße ins
Ponale-Tal muss man einfach gesehen haben. Pregasina oder Lago
di Ledro (oder beide) sind sehr lohnende Ziele für
Tagesausflüge, auch mit einem Transalp in den Knochen ist das
gut machbar. Es empfliehlt sich Badesachen mitzunehmen, ein
kühlendes Bad im Ledrosee ist nach der Auffahrt sehr angenehm.
Die Rückfahrt auf dem gleichen Weg ist ein einziger Spaß und
sorgte für bleibende Eindrücke.
(zurück) (Fotoalbum)
Leider hat jeder Transalp ein Ende, so auch dieser. Wir wären
gerne noch länger in Riva geblieben, doch die Pflicht rief uns
nach Hause. Einen Vorsatz haben wir mitgebracht: Dies soll nicht
unser einziger Transalp gewesen sein.
Wir hoffen, dass euch unser Bericht und die Bilder gefallen
haben, schaut mal wieder rein. Über ein Feedback im Gästebuch
würden wir uns freuen. Happy Mountainbiking und Ciao Ciao,
Thomas & Christine
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